Hier
ist er nun endlich, der Bericht über die Geschichte des Troopers!
Die Zeitschrift
"OFF ROAD" hatte eine SONDERAUSGABE herausgebracht (Oktober 1998, Seite
62-66)), inwelcher ein Bericht über den Trooper stand. Dieser wurde
nun speziell für uns zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hiermit
an Frau Antje Bonitz, welche wochenlang im Archiv rumstöbern mußte,
um uns diesen Beitrag heraus zu suchen. Vielleicht bekommen wir auch noch
weitere Testberichte über UNSEREN TROOPER? |
Isuzu und Opel
in OFF ROAD
Super
Trooper
Der
Isuzu Trooper legte in den 80ern den Grundstein für Fahrzeuge, die
in den 90ern hierzulande einmal die Bestsellerliste in den Zulassungs-Statistiken
anführen sollte: den Opel Frontera und den Opel Monterey. Ein Blick
zurück und durch die Modellreihen...
Von
Alexander Franc Storz
Namen
sind Schall und Rauch. Aber Namen haben einen Klang. Und zu diesem gesellt
sich freundlich oder unfreundlich ein Image. Zwar ist es längst nicht
mehr so wie in den Siebziger Jahren, als Autos mit japanischem Namen das
Flair des Preiswerten, Abgekupferten, Unwiederverkäuflichen anhaftete.
Und doch... Oder nicht...? Jedenfalls entschloß sich der General
Motors Konzern im Jahre 1990, die in Europa verkauften Isuzu-Geländewagen
fortan unter den traditionellen Namen Opel (auf dem kontinentalen Festland)
beziehungsweise Vauxhall (auf der britischen Insel) anzubieten. Die "down
under" in Australien verkauften Exemplare heißen Holden. Holden ist
dort ebenso eingebürgert wie Vauxhall in England oder Opel bei uns,
doch sind alle drei Firmen Töchter des General Motors-Mutterkonzerns.
Aber nur, weil Monterey
und Frontera unter dem Opel-Label angeboten werden, heißt das lange
noch nicht, daß es sich dabei um deutsche Auto handelt. Der Monterey
ist ein hundertprozentiger Japaner, und der Frontera wird in Luton, Großbritannien,
für den europäischen Markt gebaut und, je nachdem wo er verkauft
wird, mit Opel- oder Vauxhall-Badges versehen.
Opel hatte dem wachsenden
Geländewagen-Markt nichts entgegenzusetzen. Also entschlossen sich
die Rüsselsheimer (oder die Konzernspitze in Detroit), Isuzu-Fahrzeuge,
zunächst unter dem eigenen Namen, dann als Opel anzubieten. Derzeit
gibt es den Frontera als Viertürer, den Frontera Sport als Zweitürer,
den großen Monterey und den Pickup Campo. Der Frontera heißt
in Japan Isuzu Rodeo und ist auch mit einem 3,2 Liter-Sechszylinder mit
177 PS, aber mit blattgefederter Hinterachse erhältlich. Der Frontera
Sport wird in Japan als Isuzu Mu, Amigo und Wizzard angeboten. Der Monterey
hört in Japan auf die Namen Bighoorn beziehungsweise Trooper II, in
Australien heißt er Holden Jackaroo. Campo bleibt Campo, ob als Isuzu,
Opel oder Holden. |
| Das sieht man eher selten:
Die Stoffdachvarieante ist nahezu ausgetorben. |
|
|
| Beklebungen waren modern:
OFF ROAD nannte sie "Karnevalskringel". |
|
| Unser Dauerstest-Trooper.
OFF ROAD prüfte auch ihn auf Her und Nieren. |
|
|
| Ein beliebtes Model war
auch der Zweitürer mit beiden Radständen. |
|
In den Achtziger
Jahren gab es noch den Isuzu Trooper, einen geräumigen Station Wagon
mit Diesel- oder Benzin-Motor im kantigen Design seiner Zeit, in etwa ähnlich
dem Toyota LandCruiser J6 Station, aber kleiner. Der Wagen wog 1500 Kilogramm
und die Dieselvariante leistete nur 54 magere Pferdestärken. Etwas
mehr Pep lieferte der Zweiliter-Vierzylinder-Reihenmotor mit 81 PS, der
dem 100 Kilogramm leichteren Benzin-Trooper zu knapp 140 Sachen verhalf.
80 Prozent der Trooper-Käufer wollten´s nicht nageln hören,
sondern wollten Power.
Immerhin 75 Pferdchen mobilisierte
der Turbodiesel, den OFF ROAD im Februar 1985 unter die Lupe nahm und bemängelte,
daß auf der Straße ein fünfter Gang dringlich nötig
wäre. Die asymmetrische Hecktüre des Trooper, sein Markenzeichen,
das später von Mitbewerbern kopiert wurde, fand gutes Echo. Der Fahrer
hat nämlich, wenn er in den Rückspiegel blickt, nicht wie üblich
den Rahmen der vertikal geteilten Hecktüre im Auge, sondern sieht
durch die breitere rechte Türe bestens auf den rückwärtigen
Verkehr. Für Tester Kasimir Kardan verdiente dieses Element "die Goldmedaille
für die beste Lösung".
Zum Modelljahrgang 1988
bot Isuzu endlich die Kraft, die viele Trooper-Fahrer bislang schmerzlich
vermißt hatten: Zur Wahl standen ein Turbodiesel mit 2,8 Litern Hubraum
mit Direkteinspritzung und ein auf 2,6-Liter vergrößerter Benzinmotor.
Den Fahrbericht über den neuen 2,8 Turbodiesel titelte OFF ROAD in
der Ausgabe 1/1988 mit "Hoppla, die meßbare Sensation". Doch Kasimir
Kardan forderte ein neues Äußeres für den Trooper, nachdem
sich unter dem Blech so viel getan hatte: Das bürgerlich-brave Erscheinungsbild
bräuchte ein paar Retuschen, nicht nur eine Zweifarbenlackierung oder
nette Klebe-Zierstreifen: "Aus einem ernsten Buchhalter, dem irgendwer
ein paar Karnevalskringel ins Gesicht gemalt hat, wird nie ein strahlender
Tarzan." |
Dann kamen Amigo und Rodeo.
Und alle wußten, diese beiden Autos würden irgendwann einmal
Opel heißen.
Der Amigo ist kurz und zweitürig
(der spätere Opel Frontera Sport), der Rodeo ist lang und viertürig
(der spätere Opel Frontera).
Im Vorfeld, lange bevor
beide mit Opel-Logos durch die Lande rollten, berichtete OFF ROAD über
die Neulinge und war restlos begeistert. Der Amigo ist ein Auto, das zu
seiner Zeit am weitesten vom Klischee der Geländewagensilhouette entfernt
war, ist aber dennoch ein echter Geländewagen.
Die Technik des Amigo entsprach
komplett der des Trooper (gleiche Motoren, vordere Einzelradaufhängung
und blattgefederte Starrachse hinten). Das trifft auch auf den Rodeo zu,
den OFF ROAD im August 1990 durch die Kiesgruben rund um München jagte.
Die Blattfedern gefielen aber niemandem: "Bei dem kernig witzigen Amigo
mag man sie ja gerade eben noch hinnehmen, weil man dafür ein ausgefallenes
Fun-Mobil bekommt. Aber in der Klasse der geräumigen, komfortorientierten,
familientauglichen Geländewagen wirken die Blattfederpakete ausgesprochen
antiquiert", schreibt Harald Pietschmann.
Und ins Rutschen gekommen
ist er wegen der Federn auch. "Um die Hopserei nicht zu arg werden zu lassen,
sind die Federpakete weicher ausgefallen als beim Campo. Leider hat Isuzu
aber auf den Einbau eines bei weichen Blattfedern empfehlenswerten Querstabilisators
verzichtet." Die weichen Federn sind dem Geländeeinsatz nicht gewachsen:
Beim Testwagen waren die rückwärtigen Aufhängungen der Federn
schon nach einem Tag verbogen. |
|
|
|
| Namen
sind wie Schall und Rauch: Aus dem kurzen ISUZU Amigo wurde bald der Opel
Frontera Sport, |
|
der
lange ISUZU Rodeo bekam von Opel den schlichten Namen Frontera. |
Im März
1991 stellte OFF ROAD den Opel Frontera und Frontera Sport vor, das Off
Road-Erstlingswerk von Opel: Isuzu Rodeo und Amigo mit Motoren aus dem
Personenwagen-Zutatenregal von Opel (sie stammen vom Omega). Die Rüsselsheimer
steigen groß ein und bieten gleich ein komplettes Programm an: Frontera
Sport mit 2 Litern und 115 PS, großer Frontera mit 2,4 Litern und
125 PS respektive 2,3 Liter-Turbodiesel mit 100 PS.
Drei Jahre nach der Markteinführung
wird der Frontera grundlegend überarbeitet. Statt mit blattgefederter
Hinterrachse und Trommelbremsen rollt der englische Japaner fortan mit
einem moderneren Unterbau über die Straßen: Die Hinterachse
wird mit drei Längslenkern und einem Panhardstab exakt geführt
und stützt sich über progressiv wirkende Schraubenfedern am modifizierten
Leiterrahmen ab. OFF ROAD ist im März 1995 zufrieden: "Das neue Fahrwerk
gab eine rundum überzeugende Vorstellung". Neue Motoren wurden dem
Dauerbrenner auch spendiert: Weiter im Programm blieb der 2,0i, dazu kam
der 2,8 Liter-Isuzu-Vierzylinder-Diesel-Direkteinspritzer
Diese Maschine tanzte aber
nur einen Sommer lang. Ab Herbst 1996 wurde der Motor wegen der scharfen
Abgaswerte Euro 2 von einem Wirbelkammer-Turbodiesel des italienischen
Herstellers VM abgelöst. Bis zum Jahre 1998 hat der Frontera einen
2,2 Liter Einspritzmotor mit 136 PS beziehungsweise als 2,5 TDS einen
Turbodiesel mit Ladeluftkühlung und 115 PS.
Opel hatte von Anfang an
große Ambitionen: Die Rüsselsheimer wollen gleich Marktführer
werden. Das gelang ihnen sogar - sie brachen die Dominanz japanischer Marken
unter den Geländewagen. Bei den Neuzulassungen in Deutschland war
Opel eine Weile lang tatsächlich
führend, wurde aber
von Mitsubishis Pajero und Toyotas Funmobil RAV4 immer wieder von der Spitzenposition
verdrängt. |
|
|
|
| Bessere
Werbung? Opel verhalf ISUZU zum Durchbruch in Deutschland. |
|
Der 2,4l
war nur eine von dre Motorisierungen aus der Opel-Palette. |
|
| Der Frontera Sport war eines
der ersten Funcars in Deutschland. |
|
|
Schlag auf Schlag ging es
Anfang der Neunziger Jahre weiter. 1991 kam das Ende für den bisherigen
Isuzu Trooper, und der Nachfolger Trooper II alias Bighorn kam natürlich
gleich nach Deutschland. Sein Name hier: Opel Monterey.
Sein Styling: konservativ,
er behält prinzipiell die Grundform des Trooper, auch die hochgelobte
asymetrische Hecktüre. Die Karosserie ist jedoch komplett neu konstruiert.
Der Wagen ist ein hundertprozentiger Japaner (im Gegensatz zum britischen
Frontera). Die deutsche Opel-Version erhält lediglich eine neugestaltete
Frontschürze, eine Opel-typische Kühlermaske und eine andere
Heckstoßstange.
Der 3,1 Liter Turbodiesel
entwickelt dank Intercooler 114 PS und beschleunigt den Monterey auf rund
150 km/h. Der Benziner ist ein Alu-Sechszylinder in V-Form mit dem ungewöhnlichen
Gabelwinkel von 75 Grad. Aus 3165 cm3 holt der Neue 177 PS, das macht den
Monterey
gut für Tempo 170.
Über ein Fünfganggetriebe
oder, beim V6, eine aufpreispflichtige Automatik gelangt die Power auf
die Hinterräder, der Vorderradantrieb kann manuell zugeschaltet werden.
Auch am Fahrwerk haben die Isuzu-Ingenieure kräftig gefeilt. Zwar
blieb es bei der von Trooper und Frontera her bekannten Konstellation von
vorderer Einzelradaufhängung und hinterer Starrachse, aber statt hinterer
Blattfedern gibt es zwei Längslenker, einen zentral am Differential
angeordneten Zusatzlenker und einen Panhardstab - eine Konstruktion, von
der ab 1995 auch der Frontera profitieren sollte.
Im Juni 1992 standen die
ersten Monterey bei den Opel-Händlern, und OFF ROAD titelte den Test
im selben Monat "Super-Trooper", ganz wie der seinerzeitige ABBA-Song.
Der kurze, zweitürige Monterey heißt RS und geht mit sportlicher
Ausstattung an den Start, beim langen Viertürer hat man die Wahl zwischen
der Basis- und der luxuriösen LTD-Ausstattung.
OFF ROAD hatte kaum etwas
zu bekritteln, außer, daß es keinen permaneten Allradantrieb
und kein Zentraldifferential gibt: "Schade, schade, denn abgesehen von
diesem Mangel ist der Monterey ein rundum gelungener Wurf, der eigentlich
keinen Vergleich zu scheuen braucht."
Neben Monterey und Frontera
bietet Opel auch einen Pickup namens Campo an. Der Isuzu Campo wurde Ende
1988 als Nachfolger der (auch in Deutschland erhältlichen) KB-Reihe
vorgestellt. Keck-frech, mit pausbäckig ausgestellten Radhäusern
vorn und hinten machte er auf die OFF ROAD-Redaktion einen guten Eindruck.
Getestet wurde im Januar 1989, und Thomas Gross ist überzeugt, daß
der neue Campo durchaus das Zeug habe, sich gegen die etablierte Konkurrenz
des Nissan KingCab durchzusetzen.
Der Isuzu Campo mutierte
im Jahre 1990 zum Opel Campo. Aber während die Änderung es Namens
beim Übergang vom Trooper zum Monterey beziehungsweise anläßlich
der Einführung des Frontera gleichbedeutend mit neuen Autos war, bedeutete
sie beim Pickup lediglich einige Modifikationen in manchen kleineren Details.
Den Campo gibt es in Deutschland
mit einem 3059 cm3 großen Vierzylinder-Turbodieselmotor mit 109 PS.
In Japan und Australien gibt es auch einen 2,3- und 2,6-Liter-Benziner.
In Deutschland sieht Opel den Campo eher als Nutzfahrzeug. Mit seinem aus
dem Monterey, jedoch ohne Ladeluftkühlung, übernommenen, hubraumgroßen
Motor, stellt der Campo eine Besonderheit auf dem deutschen Markt dar.
Einen hubraumstärkeren Pickup gibt es hierzulande nicht.
Opel hat es geschafft, innerhalb
kürzester Zeit vom Einstieger in eine führende Position aufzusteigen.
Mit den Nachfolgemodellen vom Monterey und Frontera mit neuen Motoren -
der Monterey in der Diesel-Version ist der erste Geländewagen mit
Common Rail-Technik, können die Rüsselsheimer zuversichtlich
ins neue Auto-Jahrtausend blicken. |
| Der beste Trooper, den es
je gab: der Monterey setzt die Linie des Vorgängers fort. |
|
|
| Ein hubraumstarker Diesel
macht im Nutzfahrzeug Campo Spaß. |
|
| Mit dem V6 im Monterey ist
gut und vor allem schnell reisen. |
|
|
| Auch der Monterey mußte
sich dem OFF ROAD-Dauertest unterziehen. |
|
|