| Vorsicht , Diesel-Sterben |
Vorsicht
, Diesel-Sterben
Infohilfen
für den Kauf eines Troopers
| Ein
Bericht aus der Zeitschrift: GELÄNDEWAGEN von 8/97
Die
japanische Marke Isuzu gibt es in Deutschland nicht mehr.
Text:
Martin Braun
Dieselmotoren galten früher als besonders langlebig. Inzwischen hat der gute Ruf des Diesels einen argen Knacks bekommen. Schuld sind die modernenTurbodiesel, denn nur durch das Aufblasen per Turbolader bringt der Dieselmotor die heute gewünschte Leistung. Darunter leidet jedoch oftmals die Lebensdauer, während die von Haus aus kräftigen Benziner immer langlebiger wurden. Ein eindrucksvolles Beispiel für das Risiko, das in einem per Turbolader gepuschten Motor liegen kann, sind die Turbodieselmotoren im Isuzu Trooper. Ganz schlimm ist es beim von 1984 bis 1988 angebotenen 2,3 TD mit 72 PS. Bei diesem Typ sind schon so viele Fahrzeuge mit frühzeitigem Motorschaden gestrandet, daß nur noch ganz wenige Exemplare in Deutschland vorhanden sind. Viele wurden wieder fahrbereit gemacht und oftmals in die diesbezüglich ahnungslosen Länder des ehemaligen Ostblocks verkauft oder verbracht, wo ein beständiger Run auf Dieselgeländewagen herrscht. Das Tückische ist dabei die Unberechenbarkeit: Egal ob man schonend fährt oder nicht, regelmäßig Öl wechselt oder nicht, beim einen Fahrer hält der 2.3 TD nur 70.000 km, beirn anderen 250.000 km, bevor ihn ein kapitaler Schaden (oft ein abgerissenes PIeuel ) heimsucht. 48,5% unserer 2,3 TD-Fahrer traf dieses sündteure Schicksal. Nicht ganz so dramatisch sieht es bei den von 1988 bis zum Produktionsstopp des Trooper im Jahre 1992 angebotenen 2.8 TDI aus. Hier kollabierten ,,nur" 22 Prozent der Motoren; die allermeisten ebenfalls frühzeitig und ohne Vorwarnung. So ist es kein Wunder, daß der Bestand an Diesel-Trooper in Deutschland stark rückläufig ist, während der der Benziner praktisch gleich bleibt. Wie schade,denn gerade der 2.8 TDI mit seinem genügsamen Verbrauch von rund 10 Litern/100 km hat viele Interessenten zum Trooper gebracht; Trotzdem bereuen zahlreiche TD- und TDI-Fahrer ihre Entscheidung und würden bei einem nochmaligen Trooper- Kauf lieber den 2.6i-Benziner nehmen. Die Benziner-Fahrer sehen dies oft umgekehrt .13 bis 14 Liter Normal bleifrei/100 km ist vielen zuviel, und sie würden deshalb heute lieber zum 2.8 TDI greifen. Aber ob sie dies auch nach dem Lesen unserer Gebrauchtberatung tun würden? Tatsache ist jedenfalls daß die Benzinmotoren - wie so oft - völlig unauffällig sind und meist problemlos 250.000 km erreichen. Besonders angenehm ist dabei der 2.6i der von 1988 an mit G-Kat ausgeliefert wurde. Er ist ausreichend flott, kostet viel weniger Steuern als die Diesel, muß nur halb so oft zum Ölwechsel und nimmt derbe Behandlung nicht krumm. Er hat nur zwei Schwachpunkte: Er verschleißt den Auspuff schneller als die Diesel und sein Anlasser ist nicht sonderlich langlebig. Ab etwa 100.000 km sollte man hier mit einer Reparatur rechnen. Dieses Schicksal teilt der 2.6i mit seinen Vergaser-Vorgängern, dem 2.0 (bis 1985) und dem 2.3 (bis 1988), deren eigentliches Hauptproblem jedoch die kurzlebige Wasserpumpe ist. Die Diesel, insbesondere die 2.8 TDI, haben zu allem Überfluß auch noch eine kurzlebige Lichtmaschine, die oft weniger als l00.000 km hält. Ein weitgehend motorunabhängiges Problem trifft dieTrooper ab Baujahr 1988, also diebeiden 2.8i TDI und den 2.6i: Diese Versionen erhielten hintere Scheibenbremsen, deren Bremssättel häufig zum Festgehen neigen, was bei 32,6% dieser Leserfahrzeuge zu verzeichnen war.Anzeichen dafür sind links und rechts ungleiche Reibspuren an den Bremsscheiben, die durch die Löcher der Felgen einsehbar sind. Auch das Schaltgetriebe kann ab 100.000 km Probleme bereiten, die zu Lagerschäden führen. Hier ist bei der Probefahrt auf ungewöhnliche Geräusche zu achten. Außerdem dürfen beim Schalten keine Vibrationen im langen Schalthebel spürbar werden und keine Ratschgeräusche auftreten. Zudem sollte man der nicht gerade reichlich dimensionierten Kupplung Aufmerksamkeit schenken. Fühlt sie sich bei der Probefahrt beim Durchtreten und Greifen auffällig weich und schlaff an, ist dies mit Nachstellen kaum zu beseitigen. Mal was Positives: Fahrwerk und Lenkung des Trooper sind robust und halten viel aus; auch die hohe Zuladung des Japaners, die ein sorgloses Ausnutzen des großzügigen Raumangebots bei gleichzeitig erfreulich kompakten Außenmaßen erlaubt. Zudem erfreut der kantige Trooper durch problemlose Fahr- und Lenkeigenschaften und sehr gute Übersichtlichkeit. Negativ bei allen Versionen äußern sich die Besitzer über die Rostvorsorge. Gut 41% der Einsender haben bereits erheblichen Rost feststellen müssen. Er findet sich bevorzugt an der senkrecht geteilten Hecktüre, an den Seitentüren und den Bodenblechen. Manchmal ist sogar schon der Leiterrahmen angegriffen. Insgesamt
sind die Trooper-Fahrer deutlich weniger zufrieden mit Ihrem Fahrzeug
als die Fahrer anderer Geländewagen. Nur 65,5% (Nissan Terrano:83,1%)
haben Ihre Kaufentscheidung proTrooper nicht bereut, dabei würden
jedoch ertwa ein Drittel von Ihnen gerne den Motortyp tauschen: Die Benziner
Fahrer wollen den Diesel, die Diesel-Fahrer den Benziner. Beim Kauf Ihres
nächsten Geländewagens liebäugeln die meisten mit dem Opel
Frontera oder dem direkten Nachfolger des Isuzu Trooper, dem Opel Monterey.
Aber es gibt auch genügend Interessenten für den noch kantigeren
Land Rover Defender. Immerhin 27,3% der Trooper-Besitzer beklagen
sich über die Arbeit der Opelwerkstätten, die die für den
Isuzu-Service zuständig sind (Terrano und die Nissan-Werkstätten:
15%). Auch deshalb,weil die Ersatzteilpreise für den Trooper alles
andere als günstig sind. Aufällig oft kritisieren die Leser zudem
das offenbar nicht mehr vorhandene Image von Isuzu. Immerhin 25,6% bemängeln
den Ruf der in Deutschland dahingeschiedenen japanischen Marke. Entsprechend
bekunden rund 3,6% der Einsender daß sie die Marke lsuzu mögen
(Nissan: 13%), dagegen sagen 33,4%, daß Ihnen der Trooper gefällt.
|